Flamenco
Rhytmik : => Wichtiges zum Verständnis dieser Musik.
Die Flamencorhythmik ist bei weitem nicht so schwierig zu verstehen, wie im Allgemeinen behauptet wird. Dennoch . . . Ist man " nur " mit dem 4/4 Takt aufgewachsen, dann wird es sicherlich oft nicht leicht sein, diese noch fremde Rhytmik zu erfühlen. Eine zusätzliche Hürde stellt natürlich das freie Gitarrenspiel innerhalb dieser Rhythmik dar.

Früher war die Gitarre eher Begleitinmstrument für Tänzer und Sänger. Erst seit Anfang des 20 Jahrhunderts entwickelten sich so Virtuose Gitarristen wie Ramon Montoya, Nino Ricardo oder Sabicas, die der Gitarre mehr Raum als Soloinstrument gaben. Es gibt sicherlich 70 Stilistiken für Gesang und Tanz, welche teilweise von Stadt zu Stadt variieren. Dennoch ist auf den neueren Einspielungen von Top-Flamencogitarristen der Hang zu erkennen, sich auf ein paar wenige Stilistiken zu beschränken, die auch eben jene Gängigeren darstellen, welche man als interessierter Gitarrist lernen sollte. Ich möchte mich hierbei auf den Zeitraum der letzten 40 Jahre beschränken. Alles andere sei den Spezialisten und Musikwissenschaftlern vorbehalten.

Wir unterscheiden im groben 12er und 4er Rhythmiken

12 er
Solea / Seguiriyas / Solea por Buleria / Alegria / Buleria / Fandangos

Wenn man so will handelt es sich bei den 12er Rhythmen um 4 Dreiviertel Takte in denen allerdings manche Betonungen verschoben sind; Denn wir würden aus unserem Gefühl heraus immer die 1 eines jeden Taktes betonen.
Zählen wir mal die 12 Schläge durch und betonen jeden ersten einer Dreiergruppe. Das wäre dann:

12 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Das könnten wir mit einem Zwölf-Achtel Takt vergleichen.
Im Flamenco verschieben sich jedoch diese Betonungen in der folgenden Weise:

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Jetzt wird's FUNKY !

Man zählt die 11 wegen der komplizierteren Aussprache in Spanisch ( ) als 1 und die 12 aus dem selben Grund als 2. Hätten wir also:

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 1 2

Jetzt wird's noch ein wenig verrückter, denn der Anfang dieser rhythmischen Variation liegt auf der 12 die als 2 gezählt wird. Wäre dann:

2 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 1

Einen Durchgang nennt man COMPAS und diese Betonungen werden als Begleitung durch Klatschen, den sogenannten PALMAS unterstützt. Die Aufassung dieser Compas ist für jeden Gitarristen recht individuell. Manche bewegen den Fuß exakt auf die Betonungen, manche immer auf den ersten jeder Dreiergruppe, manche immer auf den zweiten und dritten jeder Dreiergruppe. Wieder andere denken sich: LANG / LANG / KURZ / KURZ / KURZ und zählen gar nicht mit. Das sollte das Ziel sein wenn man Flamenco spielen möchte. Einfach nicht mehr mitzählen zu müßen.
Eine Ausnahme ist der SEGUIRIYAS-Compas.
KURZ / KURZ / LANG / LANG / KURZ
Hierbei werden Viertel zu Achteln und man findet in Transkriptionen meist einen Wechsel zwischen einem 3/4 und einem 6/8 Takt. Wären wir also wieder bei 12.

4 er
Rumba / Tango

Diese Rhythmen fallen uns wesentlich leichter, weshalb ich hier auch nicht näher darauf eingehen möchte.

Dieser kleine Exkurs ist dazu gedacht, jedem, der sich für Flamenco interessiert, einen Anreiz zu geben, sich näher mit der Materie auseinander zu setzen.





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