Meine Bücher

Mittlerweile habe ich drei Lehrwerke für Gitarre veröffentlicht, die Sie über lichtenborn-buecher.de beziehen können. Unten sehen Sie die Umschläge und eine Kurzbeschreibung der einzelnen Werke.

Akkordspiel und Begleitung sind auf der Gitarre eine spannende Sache, insbesondere wenn man sich von den üblichen Griffweisen entfernt und schaut, wie man die Töne eines Akkordes anders auf dem Griffbrett anordnen kann. Man spricht dann von einem anderen „Voicing“, was man vielleicht mit „Stimmsetzung“ übersetzen könnte. Der tiefste Ton eines Akkordes zieht den Klangcharackter immer in eine bestimmte Richtung und je nachdem wo der Grundton im „Voicing“ liegt, können sich verschiedene Interpretationsmöglichkeiten ergeben. Da in Rock- und Jazzbands jedoch ein Bassist zugegen ist definiert er den Akkord als derjenige welcher den tiefen Ton spielt und so können Gitarrist und Pianisten sich relative frei in Voicings und Akkordumkehrungen bewegen. Um diese Möglichkeiten ausschöpfen zu können liefert das vorliegende Werk eine Vielzahl von „Voicings“, Spieltechniken und Erklärungen derselben.
Zweck dieser Veröffentlichung ist ein Praktischer.
 
Es geht um den Plektrum-Anschlag der rechten Hand.
Dieses Buch soll Möglichkeiten aufzeigen, die neben dem Wechselschlag ebenso gebraucht werden können oder wie man den Wechselschlag bewußter einsetzen kann. Legato Spiel, also möglichst viele Töne mit möglichst wenigen Plektrum-Anschlägen zu produzieren, kommt nicht vor, da es auf Akkustik-Gitarre nur schwer realisierbar ist. Wir beschränken uns auf ein „Hammer-On“ und ein „Pull-off“, weil dies trotz der harten Spannung bei Akkustik-Gitarren mit Stahlsaiten noch gut realisert werden kann.
 
Es liegt in der Natur der Sache daß bei bestimmten Anschlagsarten, Durchgangstöne gespielt werden, die für manche Musikstilistiken prägend sind. Hier werde ich keine besonderen Analysen vornehmen, weshalb ein bestimmter Ton gespielt wird. Dies gehört in ein Buch für Musiktheorie, nicht in eine praktisch angelegte Veröffentlichung. Ferner weil zahlreiche unterschiedliche Meinungen darüber existieren, ob ein bestimmter Ton an einer bestimmten Stelle verwendet werden kann, darf oder nicht. Hierzu möchte ich nur sagen daß z.B. oft gemeint wird eine kleine None solle nicht gespielt werden. Sie ist jedoch im Flamenco absolut stilprägend. Ich persönlich höre einfach nur hin um zu entscheiden welche Note an welcher Stelle zum Einsatz kommt und schaue ferner ob der Fingersatz paßt und flüssig gespielt werden kann. Denn bei Musik geht es primär ums Hören und nicht ums Analysieren. Letzteres ist sozusagen aus der Musik selbst abgeleitet und aus ihr entstandene Disziplin.
 
Die in diesem Buch vorgestellten Lösungen werden gemeinhein unter 3 Bezeichnungen gehandelt.
1. Alternate Picking / Wechselschlag
Man schläg immer abwechselnd ab und auf.
2. Sweep Picking
Man schläg soviele Töne wie möglich in eine Richtung ab oder auf.
3. Economy Picking
Man wählt immer den schnellsten Weg zur nächst anzuschlagenden Saite.
 
Manche Bespiele in diesem Buch sind Mischformen und je nachdem welche Vorbildung man hat, fühlt es sich für jemanden schonmal besser an, einen Aufschlag  zu spielen wo ein Abschlag steht, oder andersherum. Bei genauem Studium der Beispiel exakt so wie sie ausnotiert sind, wird der Student jedoch feststellen daß sie in dieser Weise gut funktionieren. Den ersten Ton einer Phrase auf eine Taktzeit mit einem Aufschlag zu spielen ist ungewöhnlich. Daher wähle ich zum Start auf eine Taktzeit generell einen Abschlag. Ebenso ist es günstig bei Phrasen im Wechselschlag, einen Saitenwechsel nach unten mit einem Abschlag zu spielen. Viele der Bespiele und Fingersätze von Tonleitern, sind darauf ausgelegt. Saiten von „außen“ anzuschlagen fällt vielen leichter als „innen“. Daher habe ich wo es logisch erschien den Weg „außen“ gewählt.
 
Dieses Lehrbuch ist in 3 Teile gegliedert. In Teil 1 werden Beispiele dargestellt, in Teil 2 Kompositionen mit Akkorden und Melodie vorgestellt und in Teil 3 die Beispiele im Solo auf die Kompositionen angewandt. Somit wird der Praxisbezug hergestellt und sich nicht nur auf das Lernen von Beispielen beschränkt. Sämtliche Beispiel sind nach Gefallen auf die eigene Musik anwendtbar. Die jenigen in Moll und mit pentatonischer Tonleiter wohl am haufigsten, da diese Tonleiter meißt als erstes gelernt wird, wenn man mit dem Solospiel beginnt. Daher beginnt auch dieses Lehrwerk damit.
Liebe Gitarristen!

Die Methode der „Three notes per String-Tonleitern“ wurde in Deutschland ca. Ende der 1980er Jahre bekannt und beliebt, weil sie es zulässt, bestimmte Tonfolgen ( Pattern ) in sich wiederholenden Mustern und Fingersätzen über das Griffbrett zu verschieben. Hierbei wird in den Fingersätzen hauptsächlich die Problematik der Terz-Stimmung zwischen G- und H-Saite umgangen. Das hat einen immer schneller werdenden Spielfluss zur Folge. Gerade zu dieser Zeit wurde es besonders beliebt, insbesondere in der Rockmusik, möglichst schnelle Soli zu spielen. Als Pionier neuartiger Gitarren-Spieltechniken ist vor allem der Jazz-Rock Gitarrist Allan Holdsworth zu nennen, der jedoch keinem großem Zuhörerkreis bekannt wurde. Anders dagegen die Rock Gitarristen Joe Satriani, Steve Vai oder John Petrucci, die mit immer halsbrecherischeren Soli aufwarteten und so zum Vorbild vieler junger Gitarristen wurden, die sich an deren Spieltechnik und ebenso dem damals noch neuen Genre der instrumentalen Rock-Musik orientierten.
Im ersten Teil dieses Lehrbuchs geht es um Tonleitern, die sowohl in der Rockmusik, als auch im Jazz Verwendung finden und sich im Tonraum der Dur-Tonleiter befinden. Der zweite Teil behandelt den Tonraum der melodischen Moll-Tonleiter, welche eher in der Jazz-Musik benutzt wird. Abschließend machen wir einen Ausflug in die Welt der pentatonischen Tonleiter, die sicher jeder Gitarrist kennt, welche jedoch im Zusammenhang mit „Drei Noten pro Saite“ und der Umspielung bestimmter Akkorde neue Klangmöglichkeiten eröffnet. Alleine dieser Themenkomplex bedürfte einer eigenen Veröffentlichung.
Das vorliegende Werk wurde vor langer Zeit geschrieben. Damals als lose Blattsammlung und Übungsmaterial für Schüler, später als Buch zusammengestellt und mit entsprechenden Kapiteln ergänzt. Leider nutzte ich Notensatzprogramme, die heute nicht mehr erhältlich sind. So musste ich auf alte Scans, pdfs und Drucke zurückgreifen, um eine Druckdatei für dieses Buch zu erstellen, was zum Glück mit viel Sortiererei und Kleinarbeit noch möglich war. Die unterschiedlichen und kaum nachvollziehbaren Benennungen der Dateien aus damaliger Zeit, welche über viele Jahre entstanden waren, machten das Zusammenstellen des Lehrwerks eher zu einer detektivischen, denn zu einer gestalterischen Arbeit. Ich bin jedoch froh, mir diese gemacht zu haben und dass ich die über viele Jahre in den Tiefen von Festplatten und alten Rechnern schlummernden Puzzlestücke nun doch noch zusammentragen, abrunden und abschließen konnte. Stellvertretend für diese Arbeit möchte ich einen Rechner von 2002 nennen, den ich für dieses Projekt wieder in Gang brachte. Eventuelle Fehler, die nicht mehr korrigiert werden konnten, da ich keinen Zugriff mehr auf die ursprünglichen Programme habe, mit denen die Dateien erstellt wurden, sind eher marginaler Art, der aufmerksame Leser wird sie jedoch schnell erspähen. Sicher bringt dies auch eine nostalgische und ehrliche „Note“ mit sich, die hier nicht rein musikalisch zu sehen ist, und auch genossen werden kann.
In diesem Werk sind insbesondere die Tonleitern, Fingersätze der linken und Anschlagarten der rechten Hand aufgezeigt. Ich könnte mir vorstellen, dass ein weiterer Band mit Anwendungsbeispielen folgt, wenn es meine Zeit zulässt. Generell sind alle Übungen natürlich immer über den darüberstehenden Akkord anwendbar.
So wünsche ich nun viel Freude beim Erlernen des Systems der „Three notes per String“.